Normen zur Hydraulik-Messtechnik veröffentlicht

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ISO hat im Mai 2020 die überarbeitete Normenreihe zur Hydraulik-Messtechnik ISO 9110-1 und ISO 9110-2 veröffentlicht.

Teil 1, General measurement, principles, der Normenreihe ISO 9110, Hydraulic fluid power - Measurement techniques, legt allgemeine Grundsätze für die Messung von Leistungsparametern unter statischen oder stationären Bedingungen fest.

Umfangreiche Änderungen in ISO 9110-1

Die Neufassung kombiniert die Bestimmung von Unsicherheitsgrenzen und die Klassifizierung von Unsicherheiten. Die Spezifikationen der Unsicherheitsgrenzen wurden umbenannt. 

Man hat die Abschnitte zur Bewertung der Lesbarkeit von Messgeräten und zur Kalibrierung von Arbeitsinstrumenten in Teil 2 gestrichen und in Teil 1 übernommen.

Die umfangreichen Änderungen haben dazu geführt, dass die Norm statt aus den ursprünglich vier Seiten nun aus 20 Seiten besteht. Dazu trägt auch ein neuer Unterabschnitt bei, der angibt, wie die lokale Erdbeschleunigung errechnet wird. Der universitäre Hintergrund des US-Projektleiters ist nicht zu übersehen.

In der Legende zu Formel (2b) müsste es für den internationalen Standard-Gravitationswert gs heißen 9,80665 m/s² statt 9,808665 m/s². 

Stationäre Druckmessung in einem geschlossenen System

Teil 2 der Norm, Measurement of average steady-state pressure in a closed conduit, legt Verfahren zur Messung des durchschnittlichen stationären Drucks in einer Hydraulikleitung fest. 

Die weitgehenden Änderungen betreffen unter anderem zusätzliche Begriffe und Definitionen als auch die Auswahl und Installation von Prüfgeräten. Ein neuer Abschnitt zeigt wie die Gesamtmessunsicherheit bestimmt wird.

Der Druckverlust zwischen zwei Druckmesspunkten kann entweder messtechnisch (Unterabschnitt 5.5) oder analytisch (Unterabschnitt 5.6) ermittelt werden. Unterabschnitt 5.7 beschreibt, wie der benötigte Reibwert alternativ experimentell ermittelt werden kann. 

Da man den Reibwert nach 5.6 auch mithilfe der Reynoldszahl bestimmen kann, ist die Messmethode nicht unbedingt erforderlich. Wenn man dennoch das Verfahren nach 5.7 anwendet, muss man beachten, dass die Konstante K zur Umrechnung auf MPa in der Formel (6) nicht korrekt ist (10-4 statt 10-6). Im Laufe der Entwurfsphase hatte man die Einheit des Innendurchmessers d von cm auf m geändert, aber den Faktor nicht angepasst.