Produktion: Festlegung auf direktelektrische Antriebe ist nicht zielführend

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Der Entwurf der Energieeffizienzstrategie 2050 der Bundesregierung (EffSTRA) sieht eine Umstellung auf direktelektrische Antriebe vor. Dem widerspricht der VDMA.

Der vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) zu einer kurzfristigen Konsultation verteilte Entwurf der Energieeffizienzstrategie 2050 der Bundesregierung (EffSTRA) sieht eine Umstellung in der Produktion auf direktelektrische Antriebe vor.
Der Entwurf enthält den folgenden Passus:
„Um eine schnellere Marktdurchdringung zu erzielen und die Wirksamkeit der Einspareffekte zu erhöhen, werden wir 

  • ...
  • eine Offensive zur Umstellung konventioneller z.B. Druckluft- und dampfbetriebener Prozesse auf direktelektrisch betriebene Antriebslösungen durchführen.“ 

VDMA fordert Technologieoffenheit
Der VDMA hat hierzu mit Unterstützung aus dem Mitgliederkreis eine Stellungnahme verfasst, die mit Nachdruck die Streichung des o.g. Passus aus dem Entwurf fordert. Grundsätzlich ist die Analyse energienutzender Prozesse in der Produktion und Automatisierung begrüßenswert, jedoch darf es dabei nicht zu Vorgaben hinsichtlich bestimmter Energieformen und Technologien kommen. Der VDMA plädiert grundsätzlich für Technologieoffenheit. 

Die VDMA-Stellungnahme verdeutlicht dies anhand von Beispielen aus der Pneumatik, der Hydraulik und der Getriebetechnik.

Um Unterstützung geworben
Parallel zur Einreichung der Stellungnahme hat der VDMA über sein Hauptstadtbüro der Energiereferentin der SPD-Bundestagsfraktion, Gabriele Werner, und den Mitarbeitern weiterer Bundestagsabgeordneter den Sachverhalt erläutert und um Unterstützung geworben.
Der VDMA nahm auch bei der Anhörung zu dem Entwurf der Effizienzstrategie 2050 im Rahmen der Plattform Energieeffizienz des BMWi teil und hat auf den Punkt nochmals hingewiesen.

Kabinett verabschiedet Energieeffizienzstrategie 2050

Das Kabinett hat am 18. Dezember 2019 den Entwurf der EffSTRA verabschiedet. Es hat die VDMA-Stellungnahme insofern berücksichtigt, dass die Aussage zu direktelektrischen Antrieben relativiert wurde.

Geplantes Vorgehen der Bundesregierung
Die Effizienzstrategie 2050 wird
1.    ein mittelfristiges Energieeffizienzziel für 2030 festlegen,
2.     Energieeffizienzmaßnahmen in einem neuen Nationalen Aktionsplan Energieeffizienz (NAPE 2.0) bündeln und konkretisieren. Darin werden die Energieeffizienzmaßnahmen des Klimakabinetts sowie weitere Maßnahmen aufgegriffen und
3.    einen Dialogprozess für einen langfristigen Fahrplan zur Halbierung des
Primärenergieverbrauchs bis 2050 starten.

Der VDMA wird sich aktiv in den Prozess einbringen und seine Positionen weiter vertreten.