Energieeffizienz ist Schwerpunkt bei ISO-Sitzungen

VDMA

ISO-Arbeitsgruppen setzten einen der Schwerpunkte im Mai 2019 in Paris auf die Energieeffizienz von Hydraulik- und Pneumatikanlagen.

Fluidtechnikexperten aus acht Nationen entwickelten in sechs Arbeitsgruppen ISO-Normprojekte zur Energieeffizienz von Hydraulik- und Pneumatikanlagen, Druckluftaufbereitung, Pneumatikventilen und Hydrospeichern weiter.

Zu den teilnehmenden Ländern gehörten China, Frankreich, Italien, Japan, die Türkei, die Vereinigten Staaten, das Vereinigte Königreich und Deutschland.

Verbesserung der Energieeffizienz von Hydraulik- und Pneumatikanlagen
Die VDMA-Einheitsblätter 24580 und 24581, Anwendungshinweise zur Optimierung der Energieeffizienz von Hydraulik- und Pneumatikanlagen, dienten als Vorlage für die technischen Berichte („Technical Reports“) ISO/TR 22164 und ISO/TR 22165.

Die Arbeitsgruppe ISO/TC 131/SC 9/WG 1 „Hydraulikanlagen“ hat den neu strukturierten Entwurf, der nun auch die Mobilhydraulik berücksichtigt, mit wenigen Änderungen zur Umfrage in dem übergeordneten Unterkomitee freigegeben. Sollten die Mitgliedsländer des Unterkomitees zustimmen, wovon auszugehen ist, wird der technische Bericht in den nächsten Monaten veröffentlicht.

ISO/TR 22165 ist bereits im November 2018 erschienen.

Deutscher Vorschlag für Pneumatiknorm zur Energieeffizienz
Die deutsche Delegation hat in der Arbeitsgruppe ISO/TC 131/SC 9/WG 2 „Pneumatikanlagen“ einen Vorschlag für eine Energieeffizienznorm vorgestellt. Der dreistufige Ansatz beinhaltet zuerst eine exergetische Optimierung des Antriebs als größtem Energieverbraucher (Zylinderauswahl). Im zweiten Schritt wird der Druckluftverbrauch der Anlage ermittelt (in m3 Druckluft). Im dritten Schritt werden die Lebenszykluskosten (TCO) berechnet, die letztlich auch einen Vergleich der pneumatischen Anlage mit anderen Technologien, wie der Elektromechanik, ermöglichen.

Frankreich hat einen Alternativvorschlag eingebracht, der einen ähnlichen Ansatz verfolgt, aber zu komplexeren Formeln führt, ohne wesentlich präziser zu sein. Außerdem hat er seine Grenzen, da bestimmte Werte von den Herstellern benötigt würden, die derzeit nicht verfügbar sind.

Die Arbeitsgruppe hat sich schließlich auf die Änderung einer Formel geeinigt. Deutschland wird für einige Anwendungsfälle prüfen, ob sich hierdurch die Ergebnisse des Verfahrens erheblich verändern. Falls die Ergebnisse zufriedenstellend sind, wird Deutschland den Entwurf vor der nächsten Sitzung weiterentwickeln, damit die Mitglieder der Arbeitsgruppe spezifische Stellungnahmen abgeben können.

Ermittlung der Durchflusskennwerte von Pneumatikbauteilen
In ISO/TC 131/SC 5/WG 3, Pneumatikventile, erzielten die Experten Konsens über eine Reihe von Kommentaren zu den Teilen 1 und 2 der Normenreihe ISO 6358, Ermittlung der Durchflusskennwerte von Pneumatikgeräten mit Druckluft. Für Teil 1, Allgemeine Regeln und Prüfverfahren für stationäre Strömungen, ist eine Änderung („Amendment“) vorgesehen. Der Projektleiter hat die Aufgabe, die Veröffentlichung von ISO 6358-2 (Alternative Prüfverfahren) auf Basis der Diskussionsergebnisse vorzubereiten.

Nächste ISO-Sitzungsrunde für Oktober 2019 geplant
ISO-Unterkomitees und -Arbeitsgruppen werden sich vom 7. bis zum 16. Oktober 2019 in Mailand mit Dichtungen, Verbindungselementen, Filtern, Pneumatikventilen, Hydraulikzylindern und gegebenenfalls mit Hydrospeichern befassen.

Beteiligen Sie sich an den Normungsaktivitäten!
Wenn Sie sich aktiv an der Normung in der Fluidtechnik auf nationaler oder internationaler Ebene beteiligen möchten, wenden Sie sich bitte an: Maria.goeden@vdma.org