Infotag zeigte Aktuelles zu Technik und Normung auf

VDMA

Auf dem Infotag „Fluidtechnik - Technik und Normung“ im Februar 2019 informierten sich rund 100 Teilnehmer über die aktuellen Techniktrends der Branche.

Der von Führungs- und Fachkräften aus den VDMA-Mitgliedsunternehmen der Fluidtechnik und deren Kundengruppen sehr gut besuchte Infotag bot einen umfassenden Überblick über die Techniktrends in der Fluidtechnik.

Experten beantworteten technische und normative Fragen. Die folgenden Abschnitte zeigen einige interessante Aspekte auf.

Aktuelle Normungsprojekte in der Fluidtechnik
Ferdinand Rein, Obmann des Fachbereichsbeirats Fluidtechnik gab stellvertretend für die 250 Industrieexperten einen Überblick über die grundlegenden Normungsaktivitäten.

Die Experten engagieren sich zurzeit in den Gremien des DIN-Normenausschusses Maschinenbau und der ISO bei 36 laufenden ISO-Projekten und weiteren nationalen Normungsprojekten.

Die für die Fluidtechnik grundlegenden Normungsaktivitäten konzentrieren sich auf die Energieeffizienz, die funktionale Sicherheit und standardisierte Produktklassifikationen und -merkmale, um die Kommunikation im Sinne von Industrie 4.0 zu ermöglichen.

Normungsstrategie im Hinblick auf Industrie 4.0
Dr. Christian Geis (VDMA Fluidtechnik) berichtete, dass VDMA Fluidtechnik den Ansatz verfolgt, sich bei der Identifizierung von Merkmalen an den Katalogdaten zu orientieren und die für die Industrie 4.0 relevanten Betriebsdaten zu ergänzen. Diese werden mit den kommerziell orientierten Merkmalen von eCl@ss, zum Beispiel Herstellerangaben, zusammengeführt.

Ziel ist es, eine synchronisierte Standardisierung bei ISO und dem deutschen Konsortium eCl@ss, das auf die Produktklassifizierung und -beschreibung spezialisiert ist, zu erreichen.

Damit können zum Beispiel Daten über OPC UA ausgelesen werden.

Energieeffizienz - elektrische oder pneumatische Antriebe?
Sind elektrische oder pneumatische Antriebe von Vorteil, wenn es um Energieeffizienz geht? Roland Volk (Festo) fasst das Ergebnis folgendermaßen zusammen: Moderne Druckluftsysteme sind aus Effizienzsicht voll wettbewerbsfähig! Die spezielle Anwendung bestimmt, welche Technologie effizienter ist.

Anhand einer TCO-Betrachtung (Total Cost of Ownership/Lebenszykluskosten) eines Systems für die Positionierung von Bauteilen zeigt er auf, dass allein die Änderung der Zykluszeit dazu führt, dass die elektrische oder die pneumatische Lösung vorteilhafter ist.

Als Faustregel kann man festhalten:
Je kleiner die Hublänge, je größer die Haltekraft und je länger die Haltedauer, desto effizienter ist die Pneumatik.

Bestandsanlagen „Industrie-4.0-ready“ bekommen
Christian Ziegler (SMC Deutschland) stellte heraus, dass sich die erforderliche Offenheit nicht nur auf die Schnittstellen, sondern auch auf die beteiligten Unternehmen bezieht und Teamarbeit erfordert.

Anhand einiger Beispiele zeigte er, wie die an der Wertschöpfungskette beteiligten Firmen profitieren können. Sensoren erzeugen Werte, auf die Benutzer und Maschinenbauer, aber auch Zulieferer unter anderem über eine App zugreifen können. Ein in die Wartungseinheit integrierter Durchflussmesser kann genutzt werden, um die an den Prozess angepasste Drucklufterzeugung und den Verbrauch zu optimieren. Darüber hinaus können die Druckluftkosten in die Produktionskosten eingerechnet werden. Somit können die für Produktionssteuerung, Instandhaltung und Produktmanagement Zuständigen auf die Daten zurückgreifen.

Trends wie künstliche Intelligenz und „Machine Learning“
Dr. Eric Maiser (VDMA Future Business) stellte unter großem Interesse der Teilnehmer das VDMA-Forum Future Business exemplarisch an dem Themenkomplex "Machine Learning" und künstliche Intelligenz vor. Dort werden für den Maschinenbau relevante Zukunftsbilder erstellt. Diese werden VDMA-Mitgliedern in Form von Szenario-Studien zur Verfügung gestellt und sollen dem Mittelstand Entscheidungshilfen bei langfristigen Trends helfen.

Technische Anforderungen in China und Nordamerika
Thomas Noll (VDMA Technik, Umwelt und Nachhaltigkeit) zeigte auf, welchen Stellenwert die verschiedenen in China existierenden Normen haben, bis hin zu Gesetzesscharakter.

Dirk Meyer (Eaton Industries) sprach über die nordamerikanischen Standards und Zertifizierungen. Die größten Unterschiede gibt es im Bereich der elektrischen Ausrüstung. Erschwert wird die Situation für deutsche Hersteller dadurch, dass Geräte und Anlagen durch örtliche Inspektoren abgenommen werden müssen.

Maschinenbaukonjunktur – War's das schon?
Dr. Ralph Wiechers (VDMA Volkswirtschaft und Statistik) gab einen Überblick über die konjunkturelle Lage im Maschinenbau. Er wies bei den moderat positiven Erwartungen auch auf die bestehenden Risiken hin.

Die freigegebenen Präsentationen stehen als Download zur Verfügung.

Termin des nächsten Infotags
Der nächste Infotag der Fluidtechnik zu Normungs- und Technikthemen ist am 02.03.2021 geplant.

 

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